Soft Skills bewerten: So beurteilen Sie Praktikanten fair
12 Min. Lesezeit
KI-erzeugtes BildSoft Skills lassen sich verlässlich bewerten, wenn Sie drei Dinge tun: vorab festlegen, welche Kompetenzen die Praktikumsstelle wirklich braucht, jede davon in beobachtbares Verhalten übersetzen und alle Bewerbenden mit denselben Fragen und derselben Skala einschätzen. Bauchgefühl, Sympathie und Schlagworte wie „teamfähig“ im Lebenslauf ersetzen das nicht. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie ein strukturierter Bewertungsbogen aussieht, welche Methoden was leisten, welche Beurteilungsfehler Sie vermeiden und was AGG und DSGVO dabei verlangen. Und wenn du als Studierende oder Studierender hier gelandet bist: Weiter unten erfährst du, wie du deine eigenen Soft Skills so belegst, dass Unternehmen sie erkennen.
Kurz gesagt
- Bewerten Sie nur Soft Skills, die aus den Aufgaben der Stelle folgen, und legen Sie die Gewichtung fest, bevor das erste Gespräch stattfindet.
- Ersetzen Sie Adjektive wie „sehr gut“ durch beschriebene Verhaltensstufen, die zwei Beurteilende gleich verstehen.
- Stellen Sie allen dieselben Fragen, notieren Sie Antworten wörtlich und bewerten Sie erst nach dem Gespräch.
- Stützen Sie jede Einschätzung auf einen Beleg: Interviewantwort, Arbeitsprobe, Aufgabe. Selbsteinschätzung allein reicht nicht.
- Geschlecht, Herkunft, Alter oder sozialer Hintergrund haben in keiner Bewertung etwas zu suchen, rechtlich wie fachlich.
Inhaltsverzeichnis
- Welche Soft Skills bei Praktika wirklich zählen
- Von Adjektiven zu beobachtbarem Verhalten
- Methoden im Vergleich: Was zeigt welche Methode?
- Ihr Bewertungsbogen in fünf Schritten
- Beurteilungsfehler erkennen und vermeiden
- Was AGG und DSGVO verlangen
- Am Ende des Praktikums: Feedback und Zeugnis
- Für Studierende: So machst du deine Soft Skills sichtbar
- Unsere Sicht: Soft Skills brauchen eine gemeinsame Sprache
- Praktikanten nach Passung statt nach Schlagworten finden
- Häufige Fragen
- Quellen
Welche Soft Skills bei Praktika wirklich zählen
Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt Soft Skills als Eigenschaften, mit denen man sich im Beruf harmonisch in ein Arbeitsumfeld einfügt, und nennt als Beispiele Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Lernbereitschaft und Eigenmotivation. Gerade bei Praktikantinnen und Praktikanten sind das die entscheidenden Punkte: Fachwissen ist am Anfang des Studiums naturgemäß begrenzt, die Bereitschaft zu lernen und sauber zu kommunizieren dagegen sofort sichtbar.
Damit Sie nicht in endlosen Listen mit 80 Begriffen versinken, hilft ein fester Rahmen. Die europäische Klassifikation ESCO ordnet sogenannte transversale Kompetenzen in sechs Hauptkategorien: Kernkompetenzen, Denkkompetenzen, Selbstmanagement, soziale und kommunikative Kompetenzen, körperliche und manuelle Fähigkeiten sowie Lebenskompetenzen. Für eine Praktikumsstelle wählen Sie daraus meist drei bis fünf Kompetenzen aus, nicht mehr. Wer zehn Soft Skills gleichzeitig bewerten will, bewertet am Ende keinen davon gründlich.
So gehen Sie bei der Auswahl vor:
- Schreiben Sie die fünf häufigsten Aufgaben der Stelle auf, etwa „Kundenanfragen per E-Mail beantworten“ oder „Daten für das Monatsreporting aufbereiten“.
- Fragen Sie bei jeder Aufgabe: Woran scheitern Praktikanten hier typischerweise, wenn es nicht am Fachwissen liegt?
- Die Antworten ergeben Ihre Kompetenzen. Aus „traut sich nicht nachzufragen“ wird etwa Kommunikationsfähigkeit, aus „verliert bei drei parallelen Aufgaben den Überblick“ wird Selbstorganisation.
Eine Marketing-Praktikumsstelle mit viel Abstimmung braucht andere Schwerpunkte als ein Werkstudentenjob in der Datenanalyse, bei dem konzentriertes, eigenständiges Arbeiten zählt. Genau deshalb gibt es keine universelle Soft-Skills-Liste, die für jede Stelle passt.
Von Adjektiven zu beobachtbarem Verhalten
Das größte Problem bei der Bewertung von Soft Skills sind vage Begriffe. „Kommuniziert gut“ bedeutet für jede Person im Auswahlteam etwas anderes. Die Lösung: Beschreiben Sie für jede Kompetenz drei bis vier Stufen, die man im Gespräch oder in einer Aufgabe tatsächlich beobachten kann. Ein Beispiel für eine Praktikumsstelle im Projektmanagement:
| Kompetenz | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 |
|---|---|---|---|---|
| Kommunikation | Antwortet unstrukturiert, Kernaussage fehlt | Bringt Kernaussage, braucht Nachfragen | Antwortet strukturiert, fasst selbst zusammen | Passt Sprache an Zielgruppe an, fragt aktiv nach |
| Lernbereitschaft | Kann kein Beispiel nennen, in dem sie oder er etwas Neues gelernt hat | Nennt Beispiel, Vorgehen bleibt unklar | Beschreibt konkret, wie sie oder er sich Wissen erarbeitet hat | Zeigt, wie das Gelernte angewendet und weitergegeben wurde |
| Selbstorganisation | Kein Beispiel für parallele Aufgaben | Beispiel vorhanden, Priorisierung unklar | Erklärt nachvollziehbar, wie priorisiert wurde | Nennt Methode und reflektiert, was beim nächsten Mal anders läuft |
| Teamarbeit | Spricht nur über eigene Leistung | Erwähnt Team, eigene Rolle bleibt vage | Beschreibt eigene Rolle und Beitrag anderer | Schildert, wie ein Konflikt im Team gelöst wurde |
Achten Sie beim Formulieren darauf, dass jede Stufe ein Verhalten beschreibt und kein Urteil. „Sehr engagiert“ ist ein Urteil. „Hat im Gespräch zwei eigene Ideen für das Projekt mitgebracht“ ist eine Beobachtung. Beobachtungen können zwei Personen unabhängig voneinander prüfen, Urteile nicht.
Methoden im Vergleich: Was zeigt welche Methode?
Die Bundesagentur für Arbeit nennt als gängige Verfahren strukturierte Interviews, Präsentationen, Gruppendiskussionen, Rollenspiele und Fallstudien. Für Praktika gilt: Der Aufwand sollte zur Dauer und Bedeutung der Stelle passen. Ein zweimonatiges Pflichtpraktikum braucht kein ganztägiges Auswahlverfahren.
| Methode | Was sie sichtbar macht | Aufwand | Darauf sollten Sie achten |
|---|---|---|---|
| Strukturiertes Interview | Vergangenes Verhalten in konkreten Situationen | gering bis mittel | Gleiche Fragen für alle, Antworten mitschreiben |
| Arbeitsprobe oder Fallaufgabe | Herangehensweise, Sorgfalt, Problemlösung | mittel | Realistische, kurze Aufgabe aus dem echten Arbeitsalltag |
| Kurzpräsentation | Struktur, Ausdruck, Umgang mit Rückfragen | mittel | Nervosität nicht mit fehlender Kompetenz verwechseln |
| Gruppendiskussion | Zusammenarbeit, Argumentation | hoch | Laute Personen wirken schnell kompetenter, als sie sind |
| Rollenspiel | Verhalten in Gesprächssituationen, etwa mit Kunden | mittel bis hoch | Szenario vorab mit klaren Bewertungskriterien festlegen |
| Assessment-Center | Verhalten in mehreren simulierten Situationen | sehr hoch | Lohnt sich vor allem bei Traineeprogrammen |
Ein Assessment-Center beobachtet Verhalten und Leistung in mehreren simulierten Anforderungssituationen, bewertet anhand vorab definierter Kriterien durch eine mehrköpfige Kommission. Für die meisten Praktika reicht eine schlanke Version davon: ein strukturiertes Interview plus eine kurze Aufgabe, bewertet von zwei Personen.
Gute Interviewfragen zielen auf konkrete Erfahrungen, nicht auf Selbstbilder. Statt „Sind Sie teamfähig?“ fragen Sie besser: „Erzählen Sie von einer Gruppenarbeit, in der etwas schiefgelaufen ist. Was haben Sie konkret getan?“ Studierende haben oft noch keine Berufserfahrung, aber Erfahrungen aus Uni-Projekten, Nebenjobs, Ehrenamt oder Vereinen. Lassen Sie diese ausdrücklich zu.
Ihr Bewertungsbogen in fünf Schritten
Ein Leitfaden der Technischen Universität München zur fairen Personalauswahl empfiehlt, Kriterien aus einer Anforderungsanalyse abzuleiten und systematisch zu bewerten, zum Beispiel auf einer Skala von 1 bis 7. In der Praxis sieht das so aus:
- Anforderungsprofil festlegen. Drei bis fünf Soft Skills, abgeleitet aus den Aufgaben. Schreiben Sie dazu, warum jede Kompetenz für die Stelle wichtig ist.
- Gewichtung vorab bestimmen. Ist Kommunikation doppelt so wichtig wie Selbstorganisation? Entscheiden Sie das vor dem ersten Gespräch, nicht danach. Sonst passt sich die Gewichtung unbewusst an Ihre Lieblingskandidatin an.
- Fragen und Aufgaben je Kompetenz formulieren. Pro Kompetenz ein bis zwei Fragen, für alle Bewerbenden identisch und in derselben Reihenfolge.
- Beobachten, mitschreiben, später bewerten. Notieren Sie während des Gesprächs, was gesagt und getan wurde. Die Punkte vergeben Sie erst danach, in Ruhe.
- Unabhängig bewerten, dann abgleichen. Zwei Personen bewerten getrennt. Erst danach sprechen Sie über Abweichungen und einigen sich auf Basis der Notizen.
Ein kurzes Rechenbeispiel: Kommunikation zählt 40 Prozent, Lernbereitschaft 35 Prozent, Selbstorganisation 25 Prozent. Eine Bewerberin erreicht auf der Skala von 1 bis 7 die Werte 6, 5 und 4. Ihr gewichteter Wert liegt dann bei 6 × 0,40 + 5 × 0,35 + 4 × 0,25 = 5,15. Wichtig ist nicht die Nachkommastelle, sondern dass jede Zahl auf eine notierte Beobachtung zurückgeht. Der Wert hilft beim Vergleich, die Entscheidung treffen weiterhin Sie.
Ein amtlicher Beurteilungsleitfaden aus Nordrhein-Westfalen hält fest, dass Bewertungen auf dokumentierten Belegen beruhen sollten und Selbsteinschätzungen allein nicht genügen. Das gilt für die Auswahl genauso wie für die Beurteilung während des Praktikums.
KI-erzeugtes Bild
Beurteilungsfehler erkennen und vermeiden
Auch mit gutem Bogen schleichen sich Verzerrungen ein. Die häufigsten bei Soft Skills:
- Ähnlichkeitsfehler: Wer so tickt wie Sie, wirkt kompetenter. Auch die Bundesagentur für Arbeit nennt den Ähnlichkeitsbias und die Gefahr der Subjektivität als Grenzen solcher Verfahren.
- Halo-Effekt: Ein starker erster Eindruck, etwa ein souveräner Einstieg, färbt alle weiteren Bewertungen.
- Kontrastfehler: Nach einem schwachen Gespräch wirkt das nächste besser, als es ist.
- Verwechslung von Extraversion und Kompetenz: Wer viel redet, kommuniziert nicht automatisch gut. Ruhige Bewerbende antworten oft präziser.
Der TUM-Leitfaden rät, Zeitdruck und Ablenkungen zu vermeiden, während des Gesprächs Notizen zu machen und erst danach zu bewerten. Planen Sie deshalb zwischen zwei Gesprächen mindestens 15 Minuten Puffer ein, in denen Sie den Bogen ausfüllen, bevor der nächste Eindruck den vorigen überlagert.
Was AGG und DSGVO verlangen
Bei Soft Skills ist die Grenze zwischen Kompetenz und Persönlichkeit fließend. Das macht sie rechtlich heikel. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz schützt Bewerbende vor Benachteiligung wegen ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter und sexueller Identität. Kriterien wie „passt kulturell ins junge Team“ oder „sicheres, akzentfreies Auftreten“ können schnell in diese Richtung kippen. Beschreiben Sie stattdessen, was die Stelle verlangt: „erklärt Kunden am Telefon einen Ablauf verständlich“. Ein dokumentierter, für alle gleicher Prozess ist zugleich Ihr bester Nachweis, falls eine Absage später angefochten wird. Bei konkreten Streitfällen sollten Sie eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für Arbeitsrecht hinzuziehen.
Zwei Datenschutzpunkte betreffen die Bewertung direkt:
- Referenzen: Bei früheren Arbeitgebern dürfen Sie nach Auskunft des Bundesdatenschutzbeauftragten grundsätzlich nur mit vorheriger Einwilligung der Bewerberin oder des Bewerbers nachfragen.
- Automatisierte Entscheidungen: Artikel 22 DSGVO verbietet grundsätzlich Entscheidungen, die ausschließlich auf automatisierter Verarbeitung beruhen und Betroffene erheblich beeinträchtigen. Ein Score darf Sie bei der Sortierung unterstützen, die Entscheidung über Einladung oder Absage trifft ein Mensch.
Am Ende des Praktikums: Feedback und Zeugnis
Soft Skills zu bewerten endet nicht mit der Zusage. Der NRW-Leitfaden bezeichnet ein Beurteilungsgespräch vor Abschluss des Praktikums als wesentlich: Sie besprechen die Einschätzung gemeinsam, geben Rückmeldung, und die Praktikantin oder der Praktikant kann Stellung nehmen. Nutzen Sie dafür dieselben Kompetenzen und Stufen wie bei der Auswahl. So sieht Ihr Gegenüber, wo es gestartet ist und was sich entwickelt hat.
Für das Zeugnis gilt: Ein qualifiziertes Zeugnis enthält laut Bundesagentur für Arbeit Aufgabenbeschreibung, Leistungs- und Verhaltensbeurteilung sowie einen Schlusssatz, offen negative Formulierungen sind nicht erlaubt. Ihre Notizen aus dem Praktikum machen es leicht, das Verhalten konkret und wohlwollend zu beschreiben, statt auf Standardfloskeln zurückzugreifen.
Für Studierende: So machst du deine Soft Skills sichtbar
Wenn du dich auf ein Praktikum bewirbst, bewerten Unternehmen deine Soft Skills, ob du willst oder nicht. Du kannst aber beeinflussen, worauf sie dabei schauen. Die Bundesagentur für Arbeit rät, Soft Skills mit Beispielen aus Ehrenamt, Nebenjobs, Fortbildungen oder anderen Erfahrungen zu belegen, statt sie nur aufzuzählen.
So gehst du vor:
- Lies die Stellenanzeige wie einen Bewertungsbogen. Welche drei Kompetenzen tauchen auf oder stecken in den Aufgaben? Genau dazu brauchst du Beispiele.
- Sammle pro Kompetenz eine kurze Geschichte. Situation, was du getan hast, was dabei herauskam. Die Gruppenarbeit, in der du die Aufgaben verteilt hast. Der Kellnerjob, in dem du mit gereizten Gästen umgehen musstest.
- Bleib konkret. „Ich habe im Fachschaftsrat die Erstiwoche für 120 Leute organisiert“ sagt mehr als „organisationsstark“.
- Hol dir Feedback. Frag nach jedem Praktikum aktiv nach einem Abschlussgespräch. Das, was du dort hörst, ist dein Material für die nächste Bewerbung.
Auf Internities für Studierende beschreibst du deine Skills nach demselben Katalog wie die Unternehmen und siehst bei jeder Stelle, wie gut du passt. Kostenlos, und du bewirbst dich direkt.
Unsere Sicht: Soft Skills brauchen eine gemeinsame Sprache
Wir sehen jeden Tag, woran die Bewertung von Soft Skills im Praktikum scheitert: nicht an fehlendem Willen, sondern an fehlender gemeinsamer Sprache. Das Unternehmen sucht „Kommunikationsstärke“, die Studentin schreibt „teamfähig“ in den Lebenslauf, und beide meinen vielleicht dasselbe, vielleicht auch nicht.
Deshalb beschreiben bei Internities beide Seiten ihre Kompetenzen im offiziellen EU-Katalog ESCO. Das Unternehmen legt für die Stelle fest, welche Skills zählen und wie stark sie gewichtet werden. Die Studierenden beschreiben, was sie mitbringen, ergänzt um Interessen und ihr bevorzugtes Arbeitsumfeld. Der Match-Score entsteht daraus nach einer festen, nachvollziehbaren Regel. Er ist eine Berechnung, kein Urteil über Menschen, und die Entscheidung bleibt bei den Menschen im Unternehmen.
Genau das ist für uns der Kern einer fairen Bewertung: vorher festlegen, was zählt, alle nach denselben Kriterien betrachten und offenlegen, warum eine Passung hoch oder niedrig ist. Merkmale wie Geschlecht, Herkunft oder sozialer Hintergrund spielen dabei keine Rolle. Studierende sehen ihre Passung, Unternehmen sehen sie auch, und beide wissen, worüber sie im Gespräch reden.
Alexander
Praktikanten nach Passung statt nach Schlagworten finden
Wenn Sie Praktikumsplätze, Werkstudentenstellen, Volontariate oder Traineeprogramme besetzen, nimmt Ihnen Internities den ersten Schritt der strukturierten Bewertung ab. Als Deutschlands erste Matching-Plattform ausschließlich für Praktika legen Sie Ihre Anforderungen im offiziellen EU-Kompetenzkatalog fest, gewichten sie für jede Rolle individuell und erhalten die Bewerbungen nach Passung sortiert, mit allen Profilen und Dokumenten an einem Ort.

Sie starten mit einer kostenlosen Testphase. Unternehmenszugang bei Internities ansehen und die erste Stelle anlegen.
Häufige Fragen
Kann man Soft Skills überhaupt objektiv bewerten?
Vollständig objektiv nicht, aber deutlich fairer als nach Bauchgefühl. Wenn Sie Kriterien vorab festlegen, beobachtbare Verhaltensstufen beschreiben und zwei Personen unabhängig bewerten lassen, wird die Einschätzung nachvollziehbar und vergleichbar.
Welche Skala eignet sich für die Bewertung?
Bewährt haben sich Skalen mit vier bis sieben Stufen, solange jede Stufe mit beobachtbarem Verhalten beschrieben ist. Eine Skala von 1 bis 7 erlaubt feinere Unterschiede, eine vierstufige zwingt zu einer klaren Tendenz. Wichtiger als die Zahl der Stufen ist, dass alle Beurteilenden sie gleich verstehen.
Wie viele Soft Skills sollte ich pro Praktikumsstelle bewerten?
Drei bis fünf. Mehr Kompetenzen verwässern die Bewertung, weil Sie im Gespräch nicht genug Zeit haben, jede einzelne mit einer konkreten Frage zu prüfen. Wählen Sie die aus, an denen die Stelle im Alltag tatsächlich hängt.
Dürfen Bewerbungen automatisch nach einem Score aussortiert werden?
Nach Artikel 22 DSGVO sind Entscheidungen mit erheblicher Wirkung, die ausschließlich automatisiert getroffen werden, grundsätzlich unzulässig. Ein Score kann Ihnen helfen, Bewerbungen zu sortieren und zu priorisieren. Einladung oder Absage verantwortet ein Mensch.
Quellen
- Bundesagentur für Arbeit: Praktische Bewerbungstipps (2023)
- Bundesagentur für Arbeit: Praktische Bewerbungstipps (2025)
- Cedefop: Transversale Fähigkeiten und Kompetenzen
- DGP: Assessment-Center-Verfahren (2023)
- TU München: Sieben Schritte zur gender-sensitiven Personalauswahl und -beurteilung
- recht.nrw.de: Hinweise zur Beurteilung der Leistungen in der praktischen Ausbildung
- Bewerbungsverfahren und AGG: Rechte und Pflichten
- BfDI-Forum: Auskünfte beim früheren Arbeitgeber
- Automatisierte Einzelentscheidung nach Art. 22 DSGVO